“Unsere Partei heißt Hersbruck“

Unter diesem Wahlslogan war der Freie Rathausblock bei der Stadtratswahl 1972 angetreten und hatte, wie schon erwähnt, wieder einen sensationellen Erfolg erzielt.

Diesem Motto gemäß verdeutlichte der Rathausblock sein Verhältnis zu den Parteien.

Es wurde klargelegt, dass es nicht richtig sein kann, dass vor allem in kleineren oder jedenfalls noch überschaubaren Orten alleine Parteimitglieder, die insgesamt nicht einmal 5% der Bevölkerung ausmachen, das Sagen haben sollen. Es gibt eine Fülle von tüchtigen Bürgern, die sich Gedanken über ihre Stadt oder ihr Dorf machen, aber keiner Partei angehören. Dieses wertvolle Potential soll nicht ungenutzt bleiben. Auch ist die Möglichkeit nicht auszuschließen, dass die großen Parteien Aktionen durchführen die zwar für überregionale Gebiete zutreffen, für die eigene Heimatstadt aber gar nicht. Man denke nur an die Gebietsreform. Soweit Parteifunktionäre in Debatten darauf verweisen, das Parteien den Draht nach oben hätten und dass ohne diesen nichts erreicht werden könne, schießen sie ein Eigentor.

Zunächst darf angenommen werden, dass mit dem „Draht nach oben“ bescheidener Weise nicht gleich der Himmel und der liebe Gott gemeint sind, sondern die jeweiligen Partei- und Regierungsspitzen. Dabei ist diesen Parteivertretern nicht klar, dass sie damit nicht mehr uns nicht weniger tun, als die eigene Parteileitung der Verfassungswidrigkeit zu bezichtigen. Denn in der Verfassung ist ausdrücklich festgelegt, dass die Abgeordneten Vertreter des ganzen Volkes sind und nicht einer Partei.

Von dieser notwendigen Klarstellung abgesehen, darf versichert werden, dass der Rathausblock zu den Partein ein völlig offenes und gutes Verhältnis anstrebt, bei Landtags- oder Bundestagswahlen wählen wir sie ja auch.

In den 70er Jahren fand in Bayern eine Gebietsreform statt, durch die Hersbruck mehrfach Benachteiligungen drohten, z.B. durch den Abzug des Amtsgerichts. Zur möglichen Schadensverhütung wurde in Hersbruck ein „überparteiliches Komitee“ zur Wahrung der Rechte Hersbrucks gegründet.

Federführend war der Freie Rathausblock. Fraktionssprecher Dr. Richard Pemsel verfasste eine gedruckte Denkschrift mit allen sachlichen Details und zusammen mit dem Herausgeber der Hersbrucker Zeitung, Eckhardt Pfeiffer, wurden Abgeordnete und der für die Gebietsreform zuständige Minister in München aufgesucht und neben der Überreichung der Denkschrift wurden auch Details angesprochen.

Wie weit diese Initiativen kausal für den schließlich erzielten Erfolg waren, lässt sich naturgemäß nicht sagen. Jedenfalls hat der Freie Rathausblock einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er sich für die Belange Hersbrucks sachkundig und ohne zu zögern, auch unter zeitlichen Opfern, einsetzt.

Der Freie Rathausblock Hersbruck und die ‘neuen Medien’

Schon längere Zeit vor den Stadtratswahlen 2002 keimte die Idee, für den FRB eine eigene Internet-Homepage einzurichten, da dieses Medium schon zu jenem Zeitpunkt einen sehr hohen Nutzungsgrad aufwies. Entgültiger Anlaß zur Einrichtung einer Homepage waren dann eben die damals anstehenden Stadtratswahlen. Sowohl als Web-Designer als auch als Webmaster fand sich FRB-Mitglied Hans Günter Graser bereit, das ganze in die Tat umzusetzen. Das erste Web-Design entstand übrigens fast völlig händisch in HTML-Codierung.

So ging am 15. Januar 2002 der FRB erstmals ans weltweite Netz, die ersten Seiten waren ‘drin’.

Bei der Stadtratswahl 2002 hat sich die Zahl der FRB-Stadträte stabil auf der ‚vier‘ gehalten: Zum bewährten Team Werner Häffner und Günther Langheinrich stießen neu Fabrikant und Erfinder Peter Weinmann sowie der Bankkaufmann Robert Ilg hinzu.

Weitere Aktivitäten

Nachdem der FRB mit seinen Ausgaben bei den Stadtratswahlen sehr behutsam umgeht, wurde der Wahletat der Wahl 2002 nicht komplett ausgeschöpft. Der nicht verbrauchte Betrag – immerhin 2250 Euro – wurde daher an alle Hersbrucker Kindergärten zwecks Erwerb von Spielsachen verteilt.

Natürlich gab und gibt es neben den regulären Fraktionssitzungen und Versammlungen noch andere Veranstaltungen des FRB, die vordergründig eher dem geselligen Beisammensein dienen.

Schon traditionell zu nennen ist die alljährliche Weihnachtsfeier, die oft schon mit einer kleinen Waldwanderung und Weihnachtsliedern an einem geschmückten Christbaum mitten im Wald begonnen und nach einem gemeinsamen Abendessen im Gasthaus bei Kerzenschein und Plätzchen geendet hat.

Ebenfalls sehr beliebt ist das jährliche Grillfest im Garten unseres Mitglieds Richard Heinrich, wo es bei zünftigen Grill-Speisen und guten Getränken immer auch viel Zeit für angeregte Gespräche und zum Gedankenaustausch gibt.