Ca. 350 interessierte Anwohner aus Hersbruck und Happurg konnten sich am vergangenen Mittwochabend in der GERU-Halle aus erster Hand über die Reaktivierung des Pumpspeicherkraftwerks Happurg informieren. Unter den Anwesenden waren auch zahlreiche FRB-Mitglieder um Vorsitzenden Marco Schnellinger und unsere Stadträte um Fraktionssprecher Jürgen Amann.

Die Infos kamen direkt von den Uniper-Vertretern, u.A. Dr. Klaus Engels (Direktor Wasserkraft) und Jürgen Damm (Leiter Pumpspeicher). Unterstützung seitens Politik erhielten sie von unserm Bürgermeister Robert Ilg, seinem Amtskollegen Bernd Bogner aus Happurg, sowie Landrat Armin Kroder (beide FW) und dessen Stellvertreter Helmut Brückner (CSU).
Die Verantwortlichen lobten die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit während der knapp 1,5 Jahre dauernden Planungsphase. Nur dadurch konnte die positive Entscheidung für die Reaktivierung, mit einem Investitionsvolumen von immerhin ca. 250 Mio. €, in dieser, vergleichsweise kurzen, Zeit erfolgen.
In ihrem Vortrag erläuterten die Fachleute die Bedeutung des Speicherkraftwerks. Im Umfeld der fortschreitenden Energiewende dient es zum Ausgleich der Leistungsschwankungen, welche durch den steigenden Anteil aus Wind- und Sonnenenergie im Energiemix unweigerlich entstehen. Des Weiteren erläuterten sie den genauen Ablauf der schon begonnenen Baumaßnahmen und die getroffenen Vorkehrungen zur Sicherung und Abdichtung des Oberbeckens.
Alle Infos können auch online abgerufen werden (externer Link):
https://www.uniper.energy/de/revitalisierung-happurg
Im Anschluss konnten offene Fragen aus dem Publikum beantwortet werden
Den Anwesenden ging es vor Allem um die spätere Nutzung von Stausee und Oberbecken:
Der Stausee wird weiterhin als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen, lediglich der Wasserpegel wird betriebsbedingt stärker schwanken als in den letzten Jahren und die Sperrzone für Boote und Schwimmer, im See unmittelbar vor dem Damm, wird vermutlich etwas vergrößert werden müssen. Am Oberbecken soll die Dammkrone nach den Baumaßnahmen wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Verantwortlichen baten aber eindringlich, die Absperrungen, welche während der Baumaßnahmen errichtet werden mussten, zu beachten. Auch das „Wildparken“ im Bereich des derzeit gesperrten Parkplatzes solle unterlassen werden, da dies an schönen Herbsttagen schon zu unübersichtlichen Verkehrssituationen geführt habe.
Sorgen bezüglich der Lärmbelästigung durch die Kraftwerksbauten konnten nicht ganz ausgeräumt werden. Es könne aber davon ausgegangen werden, dass die neueren Generatoren deutlich leiser sein werden als jene aus den letzten Betriebsjahren vor der Stilllegung und generell die Schallemissions-Grenzwerte eingehalten würden.
Bezüglich möglicher Katastrophenszenarien (z.B. Dammbruch) wurde den Anwesenden versichert, dass umfangreiche Maßnahmen zur grundsätzlichen Verhinderung eines solchen Vorfalls getroffen werden. Beispielsweise können Beschädigungen der mehrschichtigen Dichtung des Oberbeckens durch die, im Vortrag erläuterten, Monitoring-Einrichtungen in Echtzeit erkannt und ein Aufweichen des Damms durch entsprechende Maßnahmen frühzeitig verhindert werden.


Die Mitglieder des FRB Hersbruck trafen sich im Anschluss der Veranstaltung noch zu ihrem monatlichen Stammtisch, zu dem auch Landrat Armin Kroder erschien. Es entstand ein angeregter Austausch über das Pumpspeicherkraftwerk aber auch andere aktuelle Themen der Stadt- und Kreispolitik.
Bericht & Fotos: Marco Schnellinger







